Verbände

Verbände dienen zur Abdeckung von offenen Wunden.
Sie bestehen immer aus Wundauflage, Befestigung und Druck.
Die Wundauflage wird direkt auf die Wunde gelegt und muss deshalb steril sein.
Zur Befestigung eignen sich, je nach Körperteil, Mullbinden oder Dreiecktücher.

Druck: Das Blut strömt je nach Größe und Tiefe der Wunde mit einem gewissen Druck aus der Wunde. Deswegen muss man einen Gegendruck erzeugen, um die Wunde zu verschließen. Bei kleinen Wunden reicht oft ein Verband, bei größeren und tieferen Wunden muss ein Druckverband angelegt werden. Bei ungünstigen Körperstellen muss dieser Druck manuell, also mit der Hand erzeugt werden, bis der Tierarzt die Wunde versorgen kann.

Die Erste-Hilfe-Verbände sollen in erster Linie die Zeit bis zum Tierarzt überbrücken und müssen deshalb nicht schön sondern vor allem funktionell sein.

Materialien:
Kompressen in verschiedenen Größen, Mullbinden, Dreiecktücher, Brandwundentücher, Pflasterrolle, selbsthaftende Binden, Polsterwatte, Desinfektionsmittel und Einmal-Rasierer.

Pfotenverband:
Wunde vorsichtig reinigen, ggf. kleine Fremdkörper mit Pinzette entfernen und desinfizieren. Mit der Polsterwatte die Zehenzwischenräume polstern. Die Watte darf nicht auf die Wunde gelegt werden. Sterile Kompresse auf die Wunde legen. Aus einem Dreiecktuch eine Krawatte drehen, 2 x um die Pfote und Kompresse wickeln und verknoten.
Eine weitere Möglichkeit wäre, die verletzte Pfote samt Kompresse auf die Basis des Dreiecktuches zu legen, die Spitze des Tuches über die Pfote zu schlagen und dann mit den beiden Enden einen Knoten um die Pfote zusammenziehen. Diese Methode ist die Bessere, da sie verhindert, dass die Wunde verunreinigt wird.

Verband um den Lauf:
Wunde wie oben reinigen, desinfizieren, ggf. Fremdkörper entfernen. Kompresse auflegen und mit Dreiecktuch oder selbsthaftender Binde verbinden.

Druckverband:
Ist die Verletzung sehr stark blutend (arterielle Blutung), muss sie mit einem Druckverband geschlossen werden. Dieser wird zuerst wie ein normaler Verband gebunden. Bevor jedoch z.B. das Dreiecktuch verknotet wird, wird zwischen Knoten und Kompresse eine geschlossene Mullbinde als Druckpolster gelegt. Dieses Druckpolster wird fest mit dem Knoten in die Wunde gedrückt. Ein solcher Druckverband darf höchstens 1,5 Std. anliegen, sonst wird das darunter liegende, jetzt schlecht durchblutete Gewebe geschädigt. Konsequenz: Sofort zum Tierarzt!
Druckverbände lassen sich bei Hunden nur an den Pfoten anlegen, alle anderen Körperstellen müssen manuell zugedrückt werden.

Verbände am Körper:
Wunden wie immer reinigen, ggf. Fremdkörper entfernen, desinfizieren, Kompresse auflegen. Kompresse mit Pflasterstreifen fixieren. Sollten die Pflasterstreifen nicht halten, eventuell Fell wegrasieren oder vorsichtig den Pflasterstreifen mit Sekundenkleber im Fell fixieren (darf nicht an die Wunde gelangen!!!). Mit einer Mullbinde umwickeln. Bei starken und großen Blutungen kann man auf die Reinigung verzichten, da Fremdkörper und Bakterien oft durch den Blutstrom ausgeschwemmt werden. Druckverbände sind hier nicht möglich, also mit einem Verbandpäckchen manuell Druck ausüben.

Krallenverletzung:
Oft kommt es vor, dass bei zu kurzer Beschneidung der Kralle Blutungen auftreten. Einfach ein Wattestäbchen desinfizieren (Octenisept, Wasserstoffperoxid 3%) und in die verletzte Kralle stecken. Nach kurzer Zeit stoppt die Blutung.
Hat sich der Hund die Kralle eingerissen, genauso verfahren und je nach Zustand der Kralle vom Tierarzt ansehen lassen.

Augenverletzung:
Wundauflagen immer anfeuchten, damit das Auge nicht austrocknet, auf das verletzte Auge legen und mit Pflasterstreifen fixieren (hier keinen Sekundenkleber nutzen). Ab zum Tierarzt!

Ohrverletzung:
Reinigen, desinfizieren, bei Hunderassen mit Stehohren Ohr nach hinten klappen, Kompresse auflegen und mit einem Kreuzverband aus einem Dreiecktuch verbinden. Das Tuch diagonal über den Kopf und das Ohr legen, beide Enden unter dem Kopf kreuzen und über dem Kopf (verletztes Ohr) wieder verknoten.

Allgemeines:
Wunden erst reinigen, wenn die Blutung aufhört. Stark blutende Wunden nicht reinigen, dazu ist keine Zeit. Die Blutstillung mit einem Druckverband geht vor.

Hunde reißen sich oft Verbände ab. Dazu einen Halskragen vom Tierarzt verwenden.

Sollten Pflasterstreifen nicht halten, Fell wegrasieren oder mit Sekundenkleber vorsichtig am Körper fixieren. Dazu soll gesagt sein, dass man die verschiedenen Verbände regelmäßig am Hund üben sollte, damit er es 1. kennt und man selbst 2. in einer Notsituation die entscheidenden Handgriffe geübt sind.