Auffinden eines notfallbetroffenen Hundes

Wenn wir einen notfallbetroffenen Hund finden, versuchen wir herauszubekommen, welche Störungen vorliegen. Dabei interessieren uns zuerst die Organe und deren Funktionen.
Alle anderen Verletzungen sind erst mal zweitrangig.

Um den Hund zu untersuchen müssen wir uns erst einmal dem Hund nähern. Ein Hund kann allerdings in einer solchen Situation anders reagieren, als ein Mensch. Es kann passieren, dass ein sonst friedlicher Hund sogar seinen eigenen Hundeführer beißt, wenn er verletzt oder akut erkrankt ist.
Um uns selber zu schützen, legen wir dem Hund vorsichtshalber einen Maulkorb an. Wenn wir keinen haben, basteln wir uns in sekundenschnelle einen selber. Dazu wird ein Dreieckstuch oder eine Hundeleine zu einer so genannten Krawatte gedreht. Einfach eine Schlaufe mit einem einfachen Knoten bilden. Diese Schlaufe wird mit dem Knoten nach unten um die Hundeschnauze gelegt und hinter dem Kopf zusammengeknotet. Dabei immer beruhigend und vorsichtig auf den Hund einreden und ihm ein Gefühl von Geborgenheit geben.
Erst dann erfolgt die eigentliche Erste Hilfe!
Bewusstseinskontrolle - Ist der Hund bewusstlos oder nicht?
Wir sprechen den Hund an. Reagiert er nicht, fassen wir ihn vorsichtig an und rütteln ihn ein wenig. Reagiert er immer noch nicht, können wir ihn kurz in die Pfote kneifen. Reagiert er immer noch nicht, ist der Hund bewusstlos. Jetzt muss die Atmung kontrolliert werden. Reagiert der Hund allerdings auf eine der Methoden und hat eine funktionierende Atmung, können wir uns den anderen Dingen (Verbände, Schockbekämpfung, etc.) widmen.

Atmung - Atmet der Hund oder nicht?
Vor der Atemkontrolle müssen wir uns überzeugen, dass die Atemwege des Hundes nicht durch Fremdkörper verlegt sind. Dazu öffnet man den Fang und schaut hinein. Entdeckt man einen Fremdkörper, muss man ihn mit den Fingern oder mit einer Magill-Zange (Apotheke) entfernen. Weiter als zum Kehlkopf kann ein größerer, fester Fremdkörper nicht gelangen, da hier die engste Stelle der Luftröhre ist. Kleinere Fremdkörper können bis in die Bronchiolen gelangen, hier unbedingt sofort zum Tierarzt fahren. Flüssige Fremdkörper (Erbrochenes oder Blut) kann man mit einem Tuch entfernen. Bei dieser Aktion kann der Hund uns nicht verletzen, da er meist bewusstlos ist.

Die Atemkontrolle:
Sehen: hebt und senkt sich der Brustkorb des Hundes?
Fühlen: eine Hand auf den Bauch/die Brust legen. Spürt man eine Bewegung? Eine Hand vor die Nase des Hundes legen (vorher anfeuchten). Spürt man einen Atemzug?
Hören: Ohr vor die Nase legen. Hört man den Atemzug? Hierbei stellt man fest ob der Hund atmet oder nicht. Wenn der Hund noch atmet, den Hund auf die Seite legen, das Maul öffnen und die Zunge heraushängen lassen. Weiterhin auf Atmung und Puls achten. Zusätzlich ggf. Wunden versorgen.

Kreislaufkontrolle:
Wenn der Hund nicht atmet, kontrolliert man sofort den Kreislauf. Dazu fühlt man den Puls des Hundes. Beim Hund sollte der Puls, nicht wie beim Menschen an Hand oder Hals sondern in der Leiste gefühlt werden.
Dazu wird ein Hinterlauf angehoben und man drückt alle vier Finger, außer den Daumen (Eigenpuls), in die Leiste. Fühlt man es hier pochen ist Puls vorhanden. Hat der Hund keine Herztätigkeit mehr, fühlt man keinen Puls. Je nach Hunderasse und Alter sollte der Ruhepuls etwa 80 bis 120 Schläge pro Minute betragen. Welpen können einen Puls von über 200 haben. Hat der Hund keinen Herzschlag mehr, erfolgt sofort die Herz-Lungen-Wiederbelebung.