Die Wiederbelebung

Liegen ein Atem- und Herzstillstand vor, kann man versuchen diesen Zustand durch Wiederbelebung abzuwenden. Da man beim Hund keine Folgemaßnahmen wie beim Menschen durchführen kann (Rettungsdienst, Krankenhaus, Intensivstation), muss man abschätzen, inwieweit sich eine Wiederbelebung für den Hund &aquot;lohnt". Ist das Hirn länger als 3-5 Minuten ohne Sauerstoff, sterben bereits Hirnzellen ab. Führt man also die Wiederbelebung nicht sofort nach dem Herzstillstand durch, muss man bei einer geglückten Wiederbelebung doch noch mit Folgeschäden bei dem Hund rechnen.

Bei sehr alten, schwer verletzten oder schwer erkrankten Hunden sollte man von einer Wiederbelebung abraten. Bei einigen Vergiftungen (z.B. Kohlenmonoxid) oder beim Ertrinkunfall aber hat man recht gute Chancen, den Hund mit einem rechtzeitigen Eingriff zu retten. Die Wiederbelebung besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen: Beatmung und Herzdruckmassage.

Beatmung:
Ein Hund atmet etwa 20 mal in der Minute, also muss er etwa 20 mal in der Minute beatmet werden. Da die Mund-zu-Mund Beatmung anatomisch nicht möglich ist, wird ein Hund durch die Nase beatmet. Dazu wird die Schnauze fest umschlossen, damit die eingeblasene Luft nicht wieder durch die Schnauze entweichen kann. Mit unserem Mund umschließen wir fest die Nase des Hundes und blasen die Luft fest in seine Nase. Dabei muss die Hundenase komplett vom Mund umschlossen sein. Wem das zu unangenehm ist, kann ein Papiertaschentuch oder ein Beatmungstuch aus dem erste Hilfe Kasten über die Hundenase legen.

Bei besonders kleinen Hunden kann man die Mund-zu-Schnauze-Beatmung durchführen. Dabei wird die komplette Schnauze mit dem Mund umschlossen und vorsichtig hinein geblasen.

Je nach Größe des Hundes muss man abschätzen, wie viel Luft man dem Hund spendet, bei einem kleinen Hund reicht oft "ein Mund voll", bei großen benötigt man schon sein gesamtes Lungenvolumen.

Fehler:
Zuwenig beatmet: keine ausreichende Sauerstoffversorgung für den Hund.
Zu stark beatmet: wenn die Lunge voll ist, kann die übrige Luft in den Magen entweichen, welches zum Erbrechen führen kann.

Herzdruckmassage:
Bei der Herzdruckmassage wird versucht durch Pressen des Brustkorbes das Herz zu komprimieren, so dass eine künstliche Pumpwirkung des Herzens entsteht. Diese ist natürlich längst nicht so effektiv, wie die natürliche Pumpleistung des Herzens.

Ein kleiner Hund wird auf eine harte, flache Unterlage gelegt und mit einer Hand so festgehalten, dass er auf dem Rücken liegt.
Dann werden Daumen und Zeigefinger links und rechts auf den Brustkorb gelegt und man drückt ihn in Höhe der 5. Rippe etwa 1-2 cm tief ein. Um annähernd den Ruhepuls eines Hundes zu erreichen muss etwa 100 mal in der Minute gedrückt werden, also knapp 2 mal in der Sekunde.

Da ein großer Hund nicht mit einer Hand auf dem Rücken zu fixieren ist, legt man einen Handballen auf und drückt mit durchgestreckten Armen senkrecht von oben. Dazu hockt man sich am Besten hinter den Hund und lässt ihn auf seiner rechten Seite liegen. Als Unterlage eignet sich hier am Besten der Boden. Bei großen Hunden muss der Brustkorb etwa 4 cm tief eingedrückt werden.

Da man bei einer Wiederbelebung sowohl Beatmung als auch Herzdruckmassage durchführen muss wird wie folgt gewechselt:
2 x beatmen, 10 x Massage, 2 x beatmen, 10 x Massage, usw.
Zwischenzeitlich sollten Puls und Atmung kontrolliert werden, denn diese Funktionen sollen ja wieder einsetzen. Ist nach 10 Minuten kein Erfolg zu sehen, muss man sich damit abfinden, dass der Hund tot ist.

Fehler:
Nicht warten, sondern immer sofort nach dem Herzstillstand mit den Maßnahmen beginnen

Zu tief gedrückt = evtl. Rippenbrüche
Zu flach gedrückt = keine Wirkung
Immer harte Untergründe wählen.